Realbrandausbildung in Oberhausen

Im Rahmen der Neuanschaffung des LF10/6 im September 2009 vergab der Hersteller zusätzlich 4 Plätze für das "IVECO Hot & Fire Training " bei deren Partner, der Firma Feurex, in Oberhausen bei Ingolstadt. Inhalt dieses Praxislehrganges ist ein Strahlrohrtraining, richtiges und sicheres Vorgehen unter Hitzestress sowie Bewertung und Einschätzung von Gefahrensituationen. Die feststoffbefeuerte Anlage bietet dabei die Möglichkeit zum Training unter realen Bedingungen (Hitze/Rauch) wie bei einem Zimmerbrand.

Am 28.03.2010 war es dann soweit: In den frühen Morgenstunden traf man sich trotz Zeitumstellung pünktlich zum prüfen und verladen der Atemschutzgeräte, Masken und persönlichen Schutzausrüstung am FFW-Haus. Die Reise konnte beginnen. Nach gut 90-minütiger Fahrzeit mit dem neuen FF-Fahrzeug erreichte man das in einem Industriegebiet gelegene Trainingsgelände der Firma Feurex. Nach freundlicher Begrüßung durch die Firma IVECO blieb noch Zeit sich bei einer vom Kommandanten bereitgestellten Brotzeit zu stärken. Anschließend legte man die PSA an, bekam eine theoretische Unterweisung in der auch auf die Gefahren eines solchen Trainings hingewiesen wurde und schon startete das Strahlrohrtraining. In 2er-Trupps wurde nach einer Einweisung das richtige Vorgehen bei einem Innenangriff mit Hohlstrahlrohr geübt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Kommandos des Truppführers und das Handling des Strahlrohres gelegt. Tipps und nützliche Zusatzinformationen rundeten das ganze ab.

 

 

Sicherheitsunterweisung

 

 

Strahlrohrführertraining

 

Haltung "Seitenkriechgang"

 

Verhalten bei "Flash-Over": Deckung und Strahlrohr in Stellung Mannschutzbrause und voller Durchflußmenge

 

Temperaturcheck

 

 

Da rauchen die Köpfe

 

Patsch naß bis auf die Haut

 

 

Danach wurde es ernst: Anziehen der trockenen Schutzanzüge und Ausrüsten für den Innenangriff unter schweren Atemschutz war angesagt. Nach kurzer Unterweisung ging es in 3er-Trupps unter Begleitung eines Ausbilders  in die 3 Container umfassende Anlage zur Realbrandausbildung. Container 1 stellt einen Hindernissparcour ähnlich dem aus der Übungsstrecke in Herzogenaurach dar, nur unter "Nullsicht" und Temperaturen zwischen 80 - 90 Grad. Hier konnte man sich an die Umgebung gewöhnen und seinen Körper mit der Belastung durch anstrengende Bewegungen unter Hitze vertraut machen. In Container 2 fand man sich unter selben Bedingungen und Temperaturen zwischen 150 - 180 Grad in einem Vorraum einer Wohnung wieder. Der Auftrag bestand darin, die Eingangstür zu finden und in dem dahinter liegenden Wohnzimmer eine vermisste Person aufzuspüren. Nach dem Kommando "Einsturzgefahr, Gebäude sofort verlassen!" zog man sich unter Einhaltung der Vorschriften schleunigst zurück. Spätestens hier ging es richtig an die Substanz, was durch Hitze, atmen mit Pressluft, die unbekannte Umgebung, "Nullsicht" und der Stresssituation begründet ist. Anschließend wurde es in Form von Container 3 noch extremer: Offenes Feuer und Temperaturen von über 250 Grad (gemessen auf Türklinkenhöhe) verlangtem einem alles ab. Bei dieser Station führte der Ausbilder die richtige Benutzung des Strahlrohres im Innenangriff vor. Danach durfte man nach ca. 12 Minuten in der Anlage (endlich) wieder an die frische Luft. Nun wurden die Geräte und Überjacken langsam und unter Aufsicht abgelegt, um sich wieder an die Umgebung zu gewöhnen. Nach ca. 15-minütiger Erholungspause und Erfahrungsaustausch / Nachbesprechung mit dem Ausbilder wurde der Pressluftatmer wieder angelegt und der abschließende Praxisteil konnte beginnen.

Die Umkleide auf dem Gelände

 

Blick auf das Feuer in Container 3, die Türen wurden nur zum nachschüren geöffnet. Der Rauch und die Hitze zog auch in die anderen Container

 

Fertig für die Übung

 

Zugang Container 1 mit einem Hindernisparcour

 

Im Container 1 herrschen Temperaturen von ca. 80 ° C

 

Jede Körperstelle wurde sorgfältig bedeckt, Fehler beim einkleiden spürte man spätestens im Container

 

Der Trupp kommt nach der Personensuche im Container 2 in den Brandraum

 

 

Unter Anleitung der Ausbilder wurde nun das Vorgehen mit Strahlrohr in einen Brennenden Raum (Container 3) mitsamt Türöffnen geübt, wobei nun das Strahlrohrtraining mit dem Containerdurchgang verbunden wurde. Hier bekam man einen guten Eindruck, was einem im Ernstfall erwarten kann und wie man dagegen ankämpft. Abschließend, nach dem umziehen, wurde bei einer kleinen Mahlzeit die Nachbesprechung durchgeführt. Danach konnte, um einige Erfahrungen reicher, die Heimreise angetreten werden.

 

Löschangriff in den Brandraum

 

Der Trupp zieht sich nach einer angenommenen Durchzündung mit Hilfe der Mannschutzbrause zurück

 

Nicht anders zu erwarten, Magirus Fahrzeugparade

 

 

Fazit: Ein rundum gelungener Trainingstag unter sehr realen Bedingungen, der sicherlich helfen wird, im Ernstfall richtig zu reagieren.

 

 

Bericht: Michael Weiser, Fotos: Manfred Weiser

 
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