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Am Mittwoch den 14.10.2009 hatten zwei Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Großenseebach die Möglichkeit in Baiersdorf an einem Flash-over Training teilzunehmen. Der von der Versicherungskammer Bayern gesponserte Brandschutzcontainer stand in Baiersdorf auf dem Parkplatz neben der Feuerwehr.
Flash-over bezeichnet eines der gefährlichsten Phänomene, denen ein Feuerwehrmann beim Innenangriff, mit schwerem Atemschutz, gegenübersteht. Im Deutschen spricht man auch von Durchzündung, dass heißt bei einer bestimmten Temperatur und Zusammensetzung der Luft entzünden sich die Rauchgase schlagartig und breiten sich in kürzester Zeit im gesamten Zimmer aus. Das Ziel des Trainings ist es die Anzeichen für einen bevorstehenden Flash-over zu erkennen und darauf richtig zu reagieren.
Zu Begin werden die anwesenden Teilnehmer der Übung theoretisch geschult und auf die bevorstehende Übung vorbereitet. Dies ist von größter Bedeutung, da schon unter kontrollierten Bedingungen eines Zimmerbrands, höchste physische und psychische Belastung auf die Feuerwehrmänner zukommt. Nach der theoretischen Einweisung wird die Schutzausrüstung angelegt, alles unter ständiger Beobachtung der Lehrgangsleitung, da schon kleinste Nachlässigkeiten zu Verbrennungen ersten und zweiten Grades führen könnten. So werden beispielsweise den neuen Helmen aus Kunststoff besondere Aufmerksamkeit zuteil, da nicht alle für solch hohe Temperaturen zugelassen sind.
Die Übung beginnt mit dem entzünden von Holz, an exponierter Stelle, im vorderen Teil des Containers. Die Menge an Holz entspricht ungefähr einer kleinen Garderobe. Schon nach wenigen Minuten ist der Raum mit Rauchgas gefüllt und die Sicht wird zunehmend schlechter. Jetzt darf jeder Teilnehmer den Temperaturunterschied zwischen Kopf- und Kniehöhe an der eigenen Hand spüren. Danach wird die Tür verschlossen, die Rauchgasfront sinkt immer weiter ab. Alle Teilnehmer liegen jetzt flach auf den Boden und beobachten das Feuer, das auf Grund der fehlenden Sauerstoffzufuhr zu einem Glimmen verkommt. Man kann die eigene Hand kaum noch vor dem Gesicht erkennen. Nach einem Signal wird die Tür wieder geöffnet und das Training beginnt. Abwechselnd wird der Flash-over von den Teilnehmern bekämpft. Das richtige Vorgehen wird vom Übungsleiter genauestens Überwacht. Erst beginnt der Rauch zu pulsieren, dann sind die sogenannten „dancing angels“ oder auch Flammenzungen zu sehen, das Feuer steht unmittelbar vor der Durchzündung. „Jetzt“ ist das Signal des Leiters und der Feuerwehrmann mit dem Strahlrohr in der Hand muss sofort kurze Sprühstöße Richtung Decke schicken, um das Feuer abzukühlen und den Sauerstoffgehalt in Feuernähe zu reduzieren. Nach erfolgtem Ablöschen werden sofort die Positionen gewechselt, denn der nächste Flash-over bahnt sich bereits an. Besonderes Augenmerk wird auf die Kürze der Sprühstöße gelegt, da die Übung auch ein Gefühl für die Dosierung des Löschmittels vermitteln soll. Weniger ist häufig mehr, dies gilt nicht nur um Wasserschäden zu verhindern, sondern auch um die körperliche Belastung der Feuerwehrmänner nicht zu übertreiben. Jeder der sich schon mal am Wasserdampf eines Kochtopfes verbrannt hat weiß wie heiß und gefährlich dieser sein kann. Das Ende der Übung findet hinter verschlossener Tür statt. Hier wird die Wirkung von zu viel Löschwasser, als Negativbeispiel, demonstriert. Nach wenigen Augenblicken gibt der Leiter den Befehl zum Rückzug und die Übung ist beendet.
Das Feedback aus Sicht der Übungsteilnehmer ist klar: JEDER Atemschutzgeräteträger sollte an einer solchen Übung teilnehmen, um für seine Aufgaben im Ernstfall gerüstet zu sein. Leider scheitert dieses ehrgeizige Ziel an der Durchführbarkeit. Eine interessante Erfahrung ist der Brandschutzcontainer in jedem Fall.
Martin Weiser für die Übungsteilnehmer der FFW Großenseebach
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